From the magazine ZBJV 2/2013 | S. 99-144 The following page is 99

Die wirtschaftsrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts in den Jahren 2010/2011: Gesellschaftsrecht sowie Finanzmarktrecht

I. Einleitung

1. Ausgangslage für Rezensionen

Mit Urteilsbesprechungen werden regelmässig zwei Ziele verfolgt. Einerseits sollen Rechtskonsumenten (beispielweise Rechtsanwälte) über Entwicklungen orientiert werden, die sie für ihre Tätigkeiten direkt nutzen können bzw. müssen. Andererseits besteht die Hoffnung, dass Rechtsanwender – und damit insbesondere das Bundesgericht – solche Rezensionen wohlwollend zur Kenntnis nehmen (und Anregungen in Zukunft «aufnehmen»).

Doch wie ernst kritisierende Rechtsprofessoren von Gerichten genommen werden, erscheint im besten Fall unsicher – dazu pointiert (und wohl zutreffend): «There are (…) reasons that academic criticism does not much affect judicial behavior. One is that although judges indeed care about whether they are doing and are thought by certain others (other judges, for example) to be doing a good job, they do not care greatly what law professors think of them (…)»2 Nun gut, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

Angesichts der…

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