From the magazine ZBJV 11/2010 | S. 1038-1046 The following page is 1038

Aus der Rechtsprechung des Obergerichts des Kantons Luzern

Art. 554 ZGB. Kompetenzen eines Erbschaftsverwalters (Ausweisung).

Die Beklagte lebt in einer Wohnung, die im Alleineigentum des Erblassers stand. Zwischen dessen Ehegattin, dem eingesetzten Alleinerben und der Beklagten ist ein Erbteilungsprozess hängig. Der vom Teilungsamt als Erbschaftsverwalter eingesetzte Kläger verlangte die Ausweisung der Beklagten aus der von ihr bisher unentgeltlich benutzten Wohnung. Das Obergericht wies das Gesuch ab.

Aus den Erwägungen:

5.1. Das Gesetz äussert sich weder konkret noch generell zu den Aufgaben und Kompetenzen des amtlichen Erbschaftsverwalters. Hingegen verleihen dem Institut sowohl die Gesetzessystematik (Einordnung unter dem Titel «Die Sicherungsmassregeln»; vgl. Art. 551 Abs. 2 ZGB) als auch die in Art. 554 Abs 1 ZGB aufgezählten Anwendungsfälle Konturen: Zweck einer Erbschaftsverwaltung ist die Erhaltung und Sicherung des Nachlasses in Bestand und Wert sowie die Vornahme von unaufschiebbaren Verwaltungs- und…

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