From the magazine ZBJV 9/2014 | S. 749-765 The following page is 749

Die haftpflicht- und privatversicherungsrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts im Jahr 2012

Veröffentlicht im Band 138 und im Internet

I. Haftpflichtrecht

1. Haftung für Schockschäden von Angehörigen unmittelbarer Unfallopfer: BGE 138 III 276, 4A_364/2011 vom

a) Der 17-jährige C.Y. kam bei einem Autounfall auf der Autobahn ums Leben. Seine Eltern wurden noch in der Unfallnacht von Bekannten über den Unfalltod ihres Sohnes informiert. In der Folge erhoben sie gegen die Motorfahrzeughaftpflichtversicherung X. eine Teilklage auf Ersatz von Erwerbsausfall, Haushaltschaden sowie eine Genugtuungsrente für den vorerst begrenzten Zeitraum von zwölf Monaten. Zur Begründung führten sie an, der schmerzhafte und unvermittelte Verlust ihres Sohnes und die aufwühlenden Begleitumstände hätten bei ihnen zu einem Schock geführt, von dessen Folgen sie sich bis heute nicht mehr erholt hätten. Sie seien beide in eine Depression gefallen, arbeitsunfähig geworden und würden heute eine IV-Rente beziehen. Auf Einrede des Versicherers hin wurde das Verfahren auf die Frage beschränkt, ob die Beklagte…

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