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«Vereinfachte» Berechnung des nachehelichen Unterhalts oder das Kind mit dem Bade ausgeschüttet? Anmerkungen zu BGE 134 III 145 ff. (5A.513/2007 vom 18.12.2007)

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1. Die Ehegatten X (Ehemann) und Y (Ehefrau) hatten im Mai 1981 geheiratet; die Scheidung wurde im Oktober 2006, d.h. nach gut 25-jähriger Ehedauer, ausgesprochen. Vor Obergericht (AG) und Bundesgericht umstritten blieb einzig der an die Ehefrau zu leistende nacheheliche Unterhalt.

Der Ehe entstammten zwei gemeinsame Kinder, geb. 1981 und 1986. Im Zeitpunkt der Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes Anfang 2004 (und folglich nach knapp 23 Ehejahren) war das jüngere Kind noch nicht ganz 18-jährig. Im Entscheid finden sich indessen keine Angaben über die Ausbildung und insbesondere über allfällige, bei Scheidung (2½ Jahre nach der Trennung) noch fortbestehende Unterhaltspflichten gegenüber den nunmehr mündigen Kindern, sodass wohl davon ausgegangen werden darf, dass beide Nachkommen inzwischen wirtschaftlich selbstständig waren. Während der Ehe hatten die Ehegatten eine sogenannt «klassische» Rollenteilung gelebt, bei der …

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