From the magazine ZBJV 3/2014 | S. 231-264 The following page is 231

Zur Vereinheitlichung der Behördenorganisation in der Schweizerischen Strafprozessordnung*

I. Ausgangslage

Wir wissen seit Langem, dass Recht, erst recht Prozessrecht, umgesetzt sein will, und dass die konkrete Gestalt der Umsetzung von denjenigen abhängt, die sie vornehmen. Nichts anderes besagt das geflügelte amerikanische Wort von «law in the books» und «law in action».1 Doch sind die Akteure der Rechtsdurchsetzung ihrerseits auf bestimmte Vorgaben festgelegt, und von diesen Vorgaben soll hier die Rede sein: Hängt unterschiedlich praktiziertes Strafverfahrensrecht mit unterschiedlichen Voraussetzungen der Behördenorganisation in den Kantonen zusammen, die es praktizieren? Oder aus der umgekehrten Perspektive: Wenn man ein einheitlich praktiziertes Strafprozessrecht als eine verbindliche Vorgabe an die Kantone betrachtet, in welchem Ausmass ist es dann nötig, auch die Behörden- und Gerichtsorganisation zu vereinheitlichen? Erlauben also die strafprozessualen Bestimmungen über die kantonale Behörden- und Gerichtsorganisation, dass die…

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