From the magazine ZBJV 5/2012 | S. 368-376 The following page is 368

Aus der Rechtsprechung des Obergerichts des Kantons Luzern

Art. 642 ZGB. Eigentumsverhältnisse an einem Bootshaus und dessen Anbau. Zwingende Natur der Bestandteilsregelung (Leitsätze der Redaktion).

Der Grossvater des Beklagten, damals Inhaber des Amtes eines «Bauherrn» bei der Klägerin (Korporationsgemeinde X.), erstellte im Jahre 1932 einen Anbau an das bestehende Bootshaus der Klägerin. Dafür wurde ihm vom Regierungsrat des Kantons Luzern eine «Bewilligung zur Inanspruchnahme von Seegebiet» erteilt. Die Klägerin hatte vorgängig ihr Einverständnis zum Projekt erklärt. Als der Grossvater des Beklagten später von seinem Amt als «Bauherr» zurücktrat, wurden die seinerzeitigen Vereinbarungen am 9. August 1943 in einem schriftlichen Vertrag festgehalten. Die Vertragsdauer war auf 50 Jahre begrenzt. Nach Ablauf dieser Zeit wurde das Vertragsverhältnis vorerst stillschweigend fortgesetzt. Der Bootshausanbau wird heute vom Beklagten als Rechtsnachfolger seines Grossvaters genutzt. Die Klägerin kündigte den «Vertrag …

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